Mit Magnetismus arbeiten

Die physische Welt ist ganz und gar nicht so, wie sie erscheint, und lässt sich nicht auf die Phänomene reduzieren, die in einem Labor analysiert oder gemessen werden können. Man könnte sagen, dass wir auf mehreren Ebenen existieren, und normalerweise nutzen wir nur sehr wenige unserer Fähigkeiten. Wenn man heilen will, muss man Fähigkeiten hervor bringen, die normalerweise nicht angewandt werden ‑ wie einen Muskel des Körpers, der lange Zeit nicht benutzt wurde. Die tibetischen Buddhist:innen sagen: "Der Körper ist ein wunderbares Instrument, um das Erwachen zu fördern". Ich würde hinzufügen, dass der Körper ein wunderbares Instrument ist, um die Kräfte zu fördern, die einem Menschen helfen, zu heilen.
Um dies zu erreichen, muss man einige der physiologischen Funktionen des Körpers umwandeln oder zumindest modulieren, die bisher nicht auf diese Weise genutzt wurden. Die Tibeter:innen geben ein sehr gutes Beispiel dafür, indem sie mit Konzentration und Klang auf die Chakren einwirken, die wiederum das endokrine System und das Immunsystem beeinflussen. Wir können Meditations‑ und Atemübungen nutzen, um Heilenden zu helfen, mit den Kräften in unserem Wesen in Kontakt zu kommen, die nicht ausreichend entwickelt sind.
Der Körper wirkt wie ein Magnet und ist von einem elektromagnetischen Feld umgeben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das elektromagnetische Feld eines verletzten Tieres oder eines Menschen in dem betroffenen Körperteil verstärkt wird ‑ so wie die T‑Zellen einem infizierten Körperteil zu Hilfe kommen. Man kann sagen, dass das elektromagnetische Feld die Form ist, in der der Körper geformt wird. Diese Forschung hat zu sehr greifbaren Ergebnissen geführt, z. B. hilft sie älteren Menschen, gebrochene Knochen zu regenerieren.
Vielleicht haben Sie schon von Frau Olga Worrall gehört. Sie war eine wunderbare Heilerin, die bemerkenswerte Heilungen durchführte. Wissenschaftler:innen untersuchten sie in Labors in den USA und stellten fest, dass ihre Hände ein messbares elektromagnetisches Feld ausstrahlten, wie ein sehr starker Magnet, und dass sie die gleichen Wirkungen wie ein Magnet erzeugen konnte. Sie konnte die Oberflächenspannung von Wasser, die Wasserstoffbindung von Wasser, und die Kristallisation von Schwefelkristallen erhöhen. Sie konnte das Wachstum von Pflanzen fördern, die Farbe von Kristallen verändern und sogar Bewegungen in einer Nebelkammer hervorrufen. Dies sind wissenschaftliche Phänomene, die in einem Labor gemessen werden können. Sie war jedoch auch in der Lage, die gleichen Dinge aus der Ferne zu tun, was ein Magnet nicht kann. Die Kraft, die sie benutzte, war also nicht einfach die eines elektromagnetischen Feldes, sondern etwas Größeres, das wir das Lebensfeld nennen können. Das elektromagnetische Feld und die Aura sind Bestandteile dieses komplexen zusammengesetzten Feldes.
1. Übung: Erde‑Himmel‑Polarität
Die erste Übung ist die Arbeit mit der Polarität zwischen Erde und Himmel, zwischen dem Magnetfeld der Erde ‑ dem geomagnetischen Feld ‑ und dem, was ich als himmlische Kraft bezeichnen würde, was wahrscheinlich das ist, was man unter reinem Geist versteht. Ein Paradigma, das uns helfen könnte zu verstehen, was wir mit diesen beiden Kräften meinen, wäre, dass die Kraft der Erde Hoch‑Wattleistung/Niedervolt (NV) ist und reiner Geist Hochvolt (HV)/Niederwattleistung ist.
Atmen Sie zuerst aus, und verlängern Sie das Ausatmen so lange wie möglich. Nun atmen Sie ein, beginnend mit dem Bauch und dann mit der Brust. Atmen Sie nun etwas länger aus, wenn Sie können. Atmen Sie ohne Anstrengung ein. Fahren Sie nun fort, indem Sie sich mit Ihrem elektromagnetischen Feld identifizieren, anstatt mit Ihrem Körper. Wenn Sie ausatmen, erleben Sie, wie sich dieses Feld ausdehnt, und wenn Sie einatmen, spüren Sie, wie das elektromagnetische Feld des Planeten hereinströmt und sich als Ihr Magnetfeld aufbaut. Es gibt keine Begrenzung. Es ist wie ein Strudel in einem See.
Können Sie jetzt beim Einatmen erleben, wie der Erdmagnetismus in Ihrer Wirbelsäule aufsteigt und einen Quantensprung von einem Chakra zum nächsten, von einem Knotengeflecht zum nächsten macht? Können Sie dann beim Ausatmen erleben, wie der reine Geist durch den Scheitel des Kopfes herabsteigt? Stellen Sie sich einen Hohlraum an der Spitze des Kopfes vor, und reiner Geist, die Hochspannungsenergie, steigt herab, fädelt sich durch die Wirbelsäule nach unten und durchdringt den ganzen Körper mit einer sehr hochfrequenten Energie.

2. Übung: Zirkel und Knospen
Erleben Sie nun wieder beim Ausatmen die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes in die Umgebung, und beim Einatmen ziehen Sie die Umgebung in Ihr Magnetfeld. Nun schlage ich vor, dass Sie sich kleine Kompasse vorstellen, die in einem Abstand von einem Fuß (ca. 30cm) um Sie herum stehen. Beim Ausatmen werden die Magnetnadeln der Kompasse vom Körper weggelenkt, beim Einatmen werden sie zum Körper hin gelenkt. Atmen Sie sehr langsam.
Stellen Sie nun in Ihrer Vorstellung die Kompasse etwas weiter weg, sagen wir drei Fuß (ca. 91cm). Stellen Sie sich vor, die Kompasse befänden sich in Ihrem Magnetfeld. Und jetzt, sechs Fuß (ca. 182cm) von Ihrem Körper entfernt. Sie müssen ein wenig mehr Kraft aufwenden, um die Nadeln abzulenken. Wenn Sie diese Übung jeden Tag machen, werden Sie anfangen, sich Ihres Magnetfeldes bewusst zu werden, es wie das Feld eines Magneten zu spüren, wann immer Sie gehen oder sitzen. Das Geheimnis ist, sich mit diesem Feld zu identifizieren. Wenn Sie sich an diese Praxis gewöhnen, beginnen Sie zu erkennen, dass die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes keine Grenzen kennt.
Der nächste Schritt besteht darin, sich Knospen vorzustellen, die sich anstelle von Magneten öffnen. Stellen Sie sich Knospen vor, die Ihren Körper in einem Abstand von etwa einem Fuß (30cm) umgeben und die sich beim Ausatmen öffnen. Beim Einatmen konzentrierst du dich auf den Lotus in deinem Herzzentrum, der sich beim Einatmen öffnet. Die Knospen entfalten sich, je mehr du ausatmest. Sie wenden also die Energie an, die Sie aus dem Universum geschöpft haben, um diese Knospen zu öffnen. Vergrößern Sie nun den Abstand auf drei Fuß (ca. 30cm)... Jetzt auf sechs Fuß (ca. 91cm)... und weiter und weiter...
Der Gedanke ist wie das Lied "Wo immer du hingehst werden die Blumen blühen, und alles wird erblühen".
Erleben Sie nun wieder beim Ausatmen die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes in die Umgebung, und beim Einatmen ziehen Sie die Umgebung in Ihr Magnetfeld. Nun schlage ich vor, dass Sie sich kleine Kompasse vorstellen, die in einem Abstand von einem Fuß (ca. 30cm) um Sie herum stehen. Beim Ausatmen werden die Magnetnadeln der Kompasse vom Körper weggelenkt, beim Einatmen werden sie zum Körper hin gelenkt. Atmen Sie sehr langsam.
Stellen Sie nun in Ihrer Vorstellung die Kompasse etwas weiter weg, sagen wir drei Fuß (ca. 91cm). Stellen Sie sich vor, die Kompasse befänden sich in Ihrem Magnetfeld. Und jetzt, sechs Fuß (ca. 182cm) von Ihrem Körper entfernt. Sie müssen ein wenig mehr Kraft aufwenden, um die Nadeln abzulenken. Wenn Sie diese Übung jeden Tag machen, werden Sie anfangen, sich Ihres Magnetfeldes bewusst zu werden, es wie das Feld eines Magneten zu spüren, wann immer Sie gehen oder sitzen. Das Geheimnis ist, sich mit diesem Feld zu identifizieren. Wenn Sie sich an diese Praxis gewöhnen, beginnen Sie zu erkennen, dass die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes keine Grenzen kennt.
Der nächste Schritt besteht darin, sich Knospen vorzustellen, die sich anstelle von Magneten öffnen. Stellen Sie sich Knospen vor, die Ihren Körper in einem Abstand von etwa einem Fuß (30cm) umgeben und die sich beim Ausatmen öffnen. Beim Einatmen konzentrierst du dich auf den Lotus in deinem Herzzentrum, der sich beim Einatmen öffnet. Die Knospen entfalten sich, je mehr du ausatmest. Sie wenden also die Energie an, die Sie aus dem Universum geschöpft haben, um diese Knospen zu öffnen. Vergrößern Sie nun den Abstand auf drei Fuß (ca. 30cm)... Jetzt auf sechs Fuß (ca. 91cm)... und weiter und weiter...
Der Gedanke ist wie das Lied "Wo immer du hingehst werden die Blumen blühen, und alles wird erblühen". Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in der Natur, und während Sie dort sitzen, beginnt alles zu erblühen. Wohin Sie auch gehen, Sie vermitteln Leben.
3. Übung: Energie auf die Hände lenken
Spüren Sie beim Einatmen, wie die Erdenergie durch Ihren Körper nach oben strömt.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in der Natur, und während Sie dort sitzen, beginnt alles zu erblühen. Wohin Sie auch gehen, Sie vermitteln Leben.
3. Übung: Energie auf die Hände lenken
Spüren Sie beim Einatmen, wie die Erdenergie durch Ihren Körper nach oben strömt. Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, spüren Sie, wie sie durch Ihre Fußsohlen strömt. Wenn Sie ausatmen, sind Sie sich bewusst, dass Sie die Energie vom Scheitelpunkt des Kopfes durch das Herzzentrum nach unten, dann durch die Arme und schließlich durch die Handflächen nach außen leiten. Ihre Handflächen sind nach oben gerichtet. Denken Sie also daran, dass Sie beim Einatmen die Erdenergie nach oben ziehen und beim Ausatmen die himmlische Energie nach unten. Anstelle von "himmlisch" könnten Sie auch "reiner Geist" sagen.
Atmen Sie auf diese Weise langsam, elf Atemzüge lang. Dann, ohne den Körper zu berühren, streichen Sie die Energie vom Herzzentrum durch die Arme hinunter in die Handflächen und in die Finger, indem Sie zuerst mit der rechten Hand dreimal den linken Arm hinunterstreichen und dann mit der linken Hand dreimal den rechten Arm hinunterstreichen. Jetzt haben Sie die Energie in Ihren Fingern. Sie können dies testen, indem Sie Ihre Hände hinter den Rücken legen, an die Basis Ihrer Wirbelsäule, und Sie können spüren, wie die Energie von Ihrer eigenen Hand in Ihre Wirbelsäule fließt. Das gibt Ihnen Vertrauen in Ihre Fähigkeit, die Energie des Magnetfeldes zu kommunizieren, die die elementarste aller Energien ist. Das Gleiche können Sie mit Ihrem Solarplexus und auch mit Ihren Schläfen tun.
Wir werden uns also unseres Magnetfeldes bewusst. Jedes Chakra ist eine Art Knotenpunkt innerhalb des gesamten Systems. Sie können Ihre rechte Hand nehmen und sie vor Ihr Herzzentrum legen und sie gegen den Uhrzeigersinn bewegen, um das Magnetfeld vor Ihrem Herzzentrum zu verwirbeln. Das ist eine Technik, die von Heilenden angewandt wird, um das Herz zu entgiften. Der Groll, den die Menschen hegen, erzeugt Verschmutzung im Lebensfeld. Dies wird helfen, es zu reinigen. Es ist, als würde man es aufschrauben oder ein Ventil öffnen.
Das Gleiche kann man über der Thymusdrüse zwischen Herz und Kehle machen, die die Tibeter:innen das Feuerrad nennen. Offensichtlich ist dieses Zentrum durch Angst blockiert. Diese Bewegung gegen den Uhrzeigersinn ist eine erleichternde Bewegung, und so wird die Angst reduziert.
Führen Sie dieselbe Handlung zuerst an der rechten Schläfe und dann an der linken Schläfe durch. (Achten Sie auf die entsprechende Richtung auf jeder Seite Ihres Kopfes). Nun über den Scheitel des Kopfes. Sie spüren eine aufgewühlte Wirkung des Magnetfeldes über dem Kopf. Legen Sie Ihre Hände nicht auf den Kopf, sondern über den Kopf, denn die Qualität der Energie am Scheitel ist viel subtiler als die Energie der Hände. Sie werden feststellen, dass eine Person, die übersinnliche Kräfte entwickelt hat, ein Magnetfeld und eine Aura hat, die um den Kopf herum viel ausgedehnter ist als um den Rumpf des Körpers.
Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, spüren Sie, wie sie durch Ihre Fußsohlen strömt. Wenn Sie ausatmen, sind Sie sich bewusst, dass Sie die Energie vom Scheitelpunkt des Kopfes durch das Herzzentrum nach unten, dann durch die Arme und schließlich durch die Handflächen nach außen leiten. Ihre Handflächen sind nach oben gerichtet. Denken Sie also daran, dass Sie beim Einatmen die Erdenergie nach oben ziehen und beim Ausatmen die himmlische Energie nach unten. Anstelle von "himmlisch" könnten Sie auch "reiner Geist" sagen.
Atmen Sie auf diese Weise langsam, elf Atemzüge lang. Dann, ohne den Körper zu berühren, streichen Sie die Energie vom Herzzentrum durch die Arme hinunter in die Handflächen und in die Finger, indem Sie zuerst mit der rechten Hand dreimal den linken Arm hinunterstreichen und dann mit der linken Hand dreimal den rechten Arm hinunterstreichen. Jetzt haben Sie die Energie in Ihren Fingern. Sie können dies testen, indem Sie Ihre Hände hinter den Rücken legen, an die Basis Ihrer Wirbelsäule, und Sie können spüren, wie die Energie von Ihrer eigenen Hand in Ihre Wirbelsäule fließt. Das gibt Ihnen Vertrauen in Ihre Fähigkeit, die Energie des Magnetfeldes zu kommunizieren, die die elementarste aller Energien ist. Das Gleiche können Sie mit Ihrem Solarplexus und auch mit Ihren Schläfen tun.
Wir werden uns also unseres Magnetfeldes bewusst. Jedes Chakra ist eine Art Knotenpunkt innerhalb des gesamten Systems. Sie können Ihre rechte Hand nehmen und sie vor Ihr Herzzentrum legen und sie gegen den Uhrzeigersinn bewegen, um das Magnetfeld vor Ihrem Herzzentrum zu verwirbeln. Das ist eine Technik, die von Heilenden angewandt wird, um das Herz zu entgiften. Der Groll, den die Menschen hegen, erzeugt Verschmutzung im Lebensfeld. Dies wird helfen, es zu reinigen. Es ist, als würde man es aufschrauben oder ein Ventil öffnen.
Das Gleiche kann man über der Thymusdrüse zwischen Herz und Kehle machen, die die Tibeter:innen das Feuerrad nennen. Offensichtlich ist dieses Zentrum durch Angst blockiert. Diese Bewegung gegen den Uhrzeigersinn ist eine erleichternde Bewegung, und so wird die Angst reduziert.
Führen Sie dieselbe Handlung zuerst an der rechten Schläfe und dann an der linken Schläfe durch. (Achten Sie auf die entsprechende Richtung auf jeder Seite Ihres Kopfes). Nun über den Scheitel des Kopfes. Sie spüren eine aufgewühlte Wirkung des Magnetfeldes über dem Kopf. Legen Sie Ihre Hände nicht auf den Kopf, sondern über den Kopf, denn die Qualität der Energie am Scheitel ist viel subtiler als die Energie der Hände. Sie werden feststellen, dass eine Person, die übersinnliche Kräfte entwickelt hat, ein Magnetfeld und eine Aura hat, die um den Kopf herum viel ausgedehnter ist als um den Rumpf des Körpers.

Magnetismus ‑ Hazrat Inayat Khan
Einer der Aspekte des persönlichen Magnetismus ist der physische Magnetismus, der drei Arten der Anziehung hat. Die eine Art entsteht, wenn der Mechanismus oder der Körper richtig und regelmäßig funktioniert, wenn der Blutkreislauf in Ordnung ist und wenn der Körper richtig gepflegt wird; die nächste hängt von der Attraktivität der Form und den Merkmalen ab, mit denen eine Person geboren wurde; und die dritte wird durch harmonische Bewegung verursacht. Wem eines dieser drei Dinge fehlt, dem fehlt natürlich der Magnetismus. Wie es die Blüte der Bäume gibt, so gibt es im Leben eines Menschen eine Zeit, in der er aufblüht, eine Zeit, die man Jugend nennt, in der sich dieser Magnetismus in seiner ganzen Fülle ausdrückt. Es kommt als eine Jahreszeit und es geht als eine Jahreszeit.
Der zweite Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus des Geistes. Ein Mensch, der nachdenklich und geistreich ist, der schnell etwas begreift und seine Ideen anderen gegenüber geschickt zum Ausdruck bringt, hat natürlich eine magnetische Kraft. Dieser Gedankenmagnetismus kann ebenfalls in drei Arten unterteilt werden. Die eine ist die Nachdenklichkeit. Ein nachdenklicher Mensch spricht vielleicht kein Wort und tut auch nichts, aber allein die Tatsache, dass er nachdenklich ist, zieht andere an. Die nächste Art, in der sich der Magnetismus des Geistes manifestiert, ist die Form der Rede, des Witzes, des Ausdrucks. Diejenigen, die sich in der Gegenwart eines Menschen befinden, der einen lebendigen Geist hat, werden sofort von seinem Magnetismus angezogen. Und die dritte Art von Magnetismus des Geistes ist die Kraft der Wahrnehmung und der Vorstellung. Es gibt Menschen, zu denen wir uns sofort hingezogen fühlen, denen wir uns nahe fühlen, die uns verstehen, die verstehen, was wir sagen und was wir meinen. Ein solcher Mensch braucht nicht zu sprechen oder etwas zu erklären, um seine Anziehungskraft zu zeigen. Er kann vor uns sitzen und uns zuhören, und während wir mit ihm sprechen, fühlen wir uns eins mit ihm.
Der dritte Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus des Herzens. Er ist stärker als der Magnetismus des Verstandes, denn letzterer berührt die Oberfläche, während der Magnetismus des Herzens die Tiefen eines Menschen berührt. Das Herz kann am besten als glühendes Feuer beschrieben werden, wenn es lebendig ist, aber wenn es tot ist, ist es wie gefrorener Schnee. Der Magnetismus des Herzens braucht keinen Ausdruck, denn ein Mensch mit einem liebenden Herzen ist zweifelsohne magnetisch. Deshalb sollte sich niemand zur Liebe bekennen, denn die Liebe spricht für sich selbst; sie braucht keine Worte. Das Feuer schreit nicht: "Ich brenne!“ Die Hitze der Glut ist ohne Worte zu spüren.
Der Magnetismus des Herzens kann ebenfalls in drei Arten unterteilt werden. Die eine ist das Herz, das Liebe empfängt. Es hat den Magnetismus des Mondes; die kühlende Wirkung des Mondes wird in der geliebten Seele gesehen. Dann gibt es das Herz, das liebt, und dieses hat eine stärkere Anziehungskraft, eine Anziehungskraft, die mit der Sonne verglichen werden kann, die stark ist und leuchtet. Und die dritte Art der Liebe ist größer, feiner und subtiler als die beiden vorgenannten: Sie entwickelt sich, wenn die Liebe zu einer ständig sprudelnden Quelle wird, die wie ein Strom aufsteigt und wie viele Tropfen fällt. Es ist die Liebe von Seelen, die nicht anders können als zu lieben, die Liebe von Seelen, die nur Liebe kennen, nicht aber Hass; die Liebe von Seelen, die nicht mehr die Besitzenden der Liebe sind, sondern die selbst zur Liebe geworden sind. Ihr Magnetismus breitet sich in einem weiteren Horizont aus und hält länger an, als man sich jemals vorstellen könnte.
Der vierte und höchste Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus der Seele. Die wiedergeborene Seele, die Seele, die zu leben begonnen hat, die Seele, die ihre Augen für die Welt geöffnet hat, diese Seele zieht nicht nur die Weisen und Tugendhaften an, sondern auch diejenigen, denen es an Weisheit und Tugend mangelt. Die Anwesenheit von Seelen, die erwacht sind, ist selbst ein Magnetismus; sie zieht Menschen an, die auf der Erde wandeln, und sie zieht Seelen an, die nicht auf der Erde gesehen werden. Sie zieht nicht nur die Lebewesen, die niedere Schöpfung, an, sondern auch die Bäume und Pflanzen werden von ihr angezogen. Die Atmosphäre, die eine erwachte Seele erzeugt, lebt jahrhundertelang in dieser Welt, ungebrochen und unverschmutzt. Der Himmel kümmert sich um sie und bewahrt sie für Generationen, um diese von den erleuchteten Seelen erzeugte Atmosphäre zu erleben und zu genießen. Und die dritte Art und Weise, in der die erleuchtete Seele ihre Anziehungskraft zeigt, ist in Worten und Taten, so dass jedes Wort dynamisch wird, in biblischen Worten eine Flammenzunge; und alles, was diese Seele der Welt gibt, bleibt. Es lebt und stirbt nie.
Pir Vilayat Inayat Khan
Übersetzung: Khair‑un‑Nisa Kerstin Veigt
Dieser Artikel wurde erstmals im Caduceus Journal, Ausgabe Nr. 2, Winter 1987, veröffentlicht. http://www.caduceus.info/

Die physische Welt ist ganz und gar nicht so, wie sie erscheint, und lässt sich nicht auf die Phänomene reduzieren, die in einem Labor analysiert oder gemessen werden können. Man könnte sagen, dass wir auf mehreren Ebenen existieren, und normalerweise nutzen wir nur sehr wenige unserer Fähigkeiten. Wenn man heilen will, muss man Fähigkeiten hervor bringen, die normalerweise nicht angewandt werden ‑ wie einen Muskel des Körpers, der lange Zeit nicht benutzt wurde. Die tibetischen Buddhist:innen sagen: "Der Körper ist ein wunderbares Instrument, um das Erwachen zu fördern". Ich würde hinzufügen, dass der Körper ein wunderbares Instrument ist, um die Kräfte zu fördern, die einem Menschen helfen, zu heilen.
Um dies zu erreichen, muss man einige der physiologischen Funktionen des Körpers umwandeln oder zumindest modulieren, die bisher nicht auf diese Weise genutzt wurden. Die Tibeter:innen geben ein sehr gutes Beispiel dafür, indem sie mit Konzentration und Klang auf die Chakren einwirken, die wiederum das endokrine System und das Immunsystem beeinflussen. Wir können Meditations‑ und Atemübungen nutzen, um Heilenden zu helfen, mit den Kräften in unserem Wesen in Kontakt zu kommen, die nicht ausreichend entwickelt sind.
Der Körper wirkt wie ein Magnet und ist von einem elektromagnetischen Feld umgeben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das elektromagnetische Feld eines verletzten Tieres oder eines Menschen in dem betroffenen Körperteil verstärkt wird ‑ so wie die T‑Zellen einem infizierten Körperteil zu Hilfe kommen. Man kann sagen, dass das elektromagnetische Feld die Form ist, in der der Körper geformt wird. Diese Forschung hat zu sehr greifbaren Ergebnissen geführt, z. B. hilft sie älteren Menschen, gebrochene Knochen zu regenerieren.
Vielleicht haben Sie schon von Frau Olga Worrall gehört. Sie war eine wunderbare Heilerin, die bemerkenswerte Heilungen durchführte. Wissenschaftler:innen untersuchten sie in Labors in den USA und stellten fest, dass ihre Hände ein messbares elektromagnetisches Feld ausstrahlten, wie ein sehr starker Magnet, und dass sie die gleichen Wirkungen wie ein Magnet erzeugen konnte. Sie konnte die Oberflächenspannung von Wasser, die Wasserstoffbindung von Wasser, und die Kristallisation von Schwefelkristallen erhöhen. Sie konnte das Wachstum von Pflanzen fördern, die Farbe von Kristallen verändern und sogar Bewegungen in einer Nebelkammer hervorrufen. Dies sind wissenschaftliche Phänomene, die in einem Labor gemessen werden können. Sie war jedoch auch in der Lage, die gleichen Dinge aus der Ferne zu tun, was ein Magnet nicht kann. Die Kraft, die sie benutzte, war also nicht einfach die eines elektromagnetischen Feldes, sondern etwas Größeres, das wir das Lebensfeld nennen können. Das elektromagnetische Feld und die Aura sind Bestandteile dieses komplexen zusammengesetzten Feldes.
1. Übung: Erde‑Himmel‑Polarität
Die erste Übung ist die Arbeit mit der Polarität zwischen Erde und Himmel, zwischen dem Magnetfeld der Erde ‑ dem geomagnetischen Feld ‑ und dem, was ich als himmlische Kraft bezeichnen würde, was wahrscheinlich das ist, was man unter reinem Geist versteht. Ein Paradigma, das uns helfen könnte zu verstehen, was wir mit diesen beiden Kräften meinen, wäre, dass die Kraft der Erde Hoch‑Wattleistung/Niedervolt (NV) ist und reiner Geist Hochvolt (HV)/Niederwattleistung ist.
Atmen Sie zuerst aus, und verlängern Sie das Ausatmen so lange wie möglich. Nun atmen Sie ein, beginnend mit dem Bauch und dann mit der Brust. Atmen Sie nun etwas länger aus, wenn Sie können. Atmen Sie ohne Anstrengung ein. Fahren Sie nun fort, indem Sie sich mit Ihrem elektromagnetischen Feld identifizieren, anstatt mit Ihrem Körper. Wenn Sie ausatmen, erleben Sie, wie sich dieses Feld ausdehnt, und wenn Sie einatmen, spüren Sie, wie das elektromagnetische Feld des Planeten hereinströmt und sich als Ihr Magnetfeld aufbaut. Es gibt keine Begrenzung. Es ist wie ein Strudel in einem See.
Können Sie jetzt beim Einatmen erleben, wie der Erdmagnetismus in Ihrer Wirbelsäule aufsteigt und einen Quantensprung von einem Chakra zum nächsten, von einem Knotengeflecht zum nächsten macht? Können Sie dann beim Ausatmen erleben, wie der reine Geist durch den Scheitel des Kopfes herabsteigt? Stellen Sie sich einen Hohlraum an der Spitze des Kopfes vor, und reiner Geist, die Hochspannungsenergie, steigt herab, fädelt sich durch die Wirbelsäule nach unten und durchdringt den ganzen Körper mit einer sehr hochfrequenten Energie.

2. Übung: Zirkel und Knospen
Erleben Sie nun wieder beim Ausatmen die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes in die Umgebung, und beim Einatmen ziehen Sie die Umgebung in Ihr Magnetfeld. Nun schlage ich vor, dass Sie sich kleine Kompasse vorstellen, die in einem Abstand von einem Fuß (ca. 30cm) um Sie herum stehen. Beim Ausatmen werden die Magnetnadeln der Kompasse vom Körper weggelenkt, beim Einatmen werden sie zum Körper hin gelenkt. Atmen Sie sehr langsam.
Stellen Sie nun in Ihrer Vorstellung die Kompasse etwas weiter weg, sagen wir drei Fuß (ca. 91cm). Stellen Sie sich vor, die Kompasse befänden sich in Ihrem Magnetfeld. Und jetzt, sechs Fuß (ca. 182cm) von Ihrem Körper entfernt. Sie müssen ein wenig mehr Kraft aufwenden, um die Nadeln abzulenken. Wenn Sie diese Übung jeden Tag machen, werden Sie anfangen, sich Ihres Magnetfeldes bewusst zu werden, es wie das Feld eines Magneten zu spüren, wann immer Sie gehen oder sitzen. Das Geheimnis ist, sich mit diesem Feld zu identifizieren. Wenn Sie sich an diese Praxis gewöhnen, beginnen Sie zu erkennen, dass die Ausdehnung Ihres Magnetfeldes keine Grenzen kennt.
Der nächste Schritt besteht darin, sich Knospen vorzustellen, die sich anstelle von Magneten öffnen. Stellen Sie sich Knospen vor, die Ihren Körper in einem Abstand von etwa einem Fuß (30cm) umgeben und die sich beim Ausatmen öffnen. Beim Einatmen konzentrierst du dich auf den Lotus in deinem Herzzentrum, der sich beim Einatmen öffnet. Die Knospen entfalten sich, je mehr du ausatmest. Sie wenden also die Energie an, die Sie aus dem Universum geschöpft haben, um diese Knospen zu öffnen. Vergrößern Sie nun den Abstand auf drei Fuß (ca. 30cm)... Jetzt auf sechs Fuß (ca. 91cm)... und weiter und weiter...
Der Gedanke ist wie das Lied "Wo immer du hingehst werden die Blumen blühen, und alles wird erblühen". Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in der Natur, und während Sie dort sitzen, beginnt alles zu erblühen. Wohin Sie auch gehen, Sie vermitteln Leben.
3. Übung: Energie auf die Hände lenken
Spüren Sie beim Einatmen, wie die Erdenergie durch Ihren Körper nach oben strömt. Wenn Sie auf einem Stuhl sitzen, spüren Sie, wie sie durch Ihre Fußsohlen strömt. Wenn Sie ausatmen, sind Sie sich bewusst, dass Sie die Energie vom Scheitelpunkt des Kopfes durch das Herzzentrum nach unten, dann durch die Arme und schließlich durch die Handflächen nach außen leiten. Ihre Handflächen sind nach oben gerichtet. Denken Sie also daran, dass Sie beim Einatmen die Erdenergie nach oben ziehen und beim Ausatmen die himmlische Energie nach unten. Anstelle von "himmlisch" könnten Sie auch "reiner Geist" sagen.
Atmen Sie auf diese Weise langsam, elf Atemzüge lang. Dann, ohne den Körper zu berühren, streichen Sie die Energie vom Herzzentrum durch die Arme hinunter in die Handflächen und in die Finger, indem Sie zuerst mit der rechten Hand dreimal den linken Arm hinunterstreichen und dann mit der linken Hand dreimal den rechten Arm hinunterstreichen. Jetzt haben Sie die Energie in Ihren Fingern. Sie können dies testen, indem Sie Ihre Hände hinter den Rücken legen, an die Basis Ihrer Wirbelsäule, und Sie können spüren, wie die Energie von Ihrer eigenen Hand in Ihre Wirbelsäule fließt. Das gibt Ihnen Vertrauen in Ihre Fähigkeit, die Energie des Magnetfeldes zu kommunizieren, die die elementarste aller Energien ist. Das Gleiche können Sie mit Ihrem Solarplexus und auch mit Ihren Schläfen tun.
Wir werden uns also unseres Magnetfeldes bewusst. Jedes Chakra ist eine Art Knotenpunkt innerhalb des gesamten Systems. Sie können Ihre rechte Hand nehmen und sie vor Ihr Herzzentrum legen und sie gegen den Uhrzeigersinn bewegen, um das Magnetfeld vor Ihrem Herzzentrum zu verwirbeln. Das ist eine Technik, die von Heilenden angewandt wird, um das Herz zu entgiften. Der Groll, den die Menschen hegen, erzeugt Verschmutzung im Lebensfeld. Dies wird helfen, es zu reinigen. Es ist, als würde man es aufschrauben oder ein Ventil öffnen.
Das Gleiche kann man über der Thymusdrüse zwischen Herz und Kehle machen, die die Tibeter:innen das Feuerrad nennen. Offensichtlich ist dieses Zentrum durch Angst blockiert. Diese Bewegung gegen den Uhrzeigersinn ist eine erleichternde Bewegung, und so wird die Angst reduziert.
Führen Sie dieselbe Handlung zuerst an der rechten Schläfe und dann an der linken Schläfe durch. (Achten Sie auf die entsprechende Richtung auf jeder Seite Ihres Kopfes). Nun über den Scheitel des Kopfes. Sie spüren eine aufgewühlte Wirkung des Magnetfeldes über dem Kopf. Legen Sie Ihre Hände nicht auf den Kopf, sondern über den Kopf, denn die Qualität der Energie am Scheitel ist viel subtiler als die Energie der Hände. Sie werden feststellen, dass eine Person, die übersinnliche Kräfte entwickelt hat, ein Magnetfeld und eine Aura hat, die um den Kopf herum viel ausgedehnter ist als um den Rumpf des Körpers.

Magnetismus ‑ Hazrat Inayat Khan
Einer der Aspekte des persönlichen Magnetismus ist der physische Magnetismus, der drei Arten der Anziehung hat. Die eine Art entsteht, wenn der Mechanismus oder der Körper richtig und regelmäßig funktioniert, wenn der Blutkreislauf in Ordnung ist und wenn der Körper richtig gepflegt wird; die nächste hängt von der Attraktivität der Form und den Merkmalen ab, mit denen eine Person geboren wurde; und die dritte wird durch harmonische Bewegung verursacht. Wem eines dieser drei Dinge fehlt, dem fehlt natürlich der Magnetismus. Wie es die Blüte der Bäume gibt, so gibt es im Leben eines Menschen eine Zeit, in der er aufblüht, eine Zeit, die man Jugend nennt, in der sich dieser Magnetismus in seiner ganzen Fülle ausdrückt. Es kommt als eine Jahreszeit und es geht als eine Jahreszeit.
Der zweite Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus des Geistes. Ein Mensch, der nachdenklich und geistreich ist, der schnell etwas begreift und seine Ideen anderen gegenüber geschickt zum Ausdruck bringt, hat natürlich eine magnetische Kraft. Dieser Gedankenmagnetismus kann ebenfalls in drei Arten unterteilt werden. Die eine ist die Nachdenklichkeit. Ein nachdenklicher Mensch spricht vielleicht kein Wort und tut auch nichts, aber allein die Tatsache, dass er nachdenklich ist, zieht andere an. Die nächste Art, in der sich der Magnetismus des Geistes manifestiert, ist die Form der Rede, des Witzes, des Ausdrucks. Diejenigen, die sich in der Gegenwart eines Menschen befinden, der einen lebendigen Geist hat, werden sofort von seinem Magnetismus angezogen. Und die dritte Art von Magnetismus des Geistes ist die Kraft der Wahrnehmung und der Vorstellung. Es gibt Menschen, zu denen wir uns sofort hingezogen fühlen, denen wir uns nahe fühlen, die uns verstehen, die verstehen, was wir sagen und was wir meinen. Ein solcher Mensch braucht nicht zu sprechen oder etwas zu erklären, um seine Anziehungskraft zu zeigen. Er kann vor uns sitzen und uns zuhören, und während wir mit ihm sprechen, fühlen wir uns eins mit ihm.
Der dritte Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus des Herzens. Er ist stärker als der Magnetismus des Verstandes, denn letzterer berührt die Oberfläche, während der Magnetismus des Herzens die Tiefen eines Menschen berührt. Das Herz kann am besten als glühendes Feuer beschrieben werden, wenn es lebendig ist, aber wenn es tot ist, ist es wie gefrorener Schnee. Der Magnetismus des Herzens braucht keinen Ausdruck, denn ein Mensch mit einem liebenden Herzen ist zweifelsohne magnetisch. Deshalb sollte sich niemand zur Liebe bekennen, denn die Liebe spricht für sich selbst; sie braucht keine Worte. Das Feuer schreit nicht: "Ich brenne!“ Die Hitze der Glut ist ohne Worte zu spüren.
Der Magnetismus des Herzens kann ebenfalls in drei Arten unterteilt werden. Die eine ist das Herz, das Liebe empfängt. Es hat den Magnetismus des Mondes; die kühlende Wirkung des Mondes wird in der geliebten Seele gesehen. Dann gibt es das Herz, das liebt, und dieses hat eine stärkere Anziehungskraft, eine Anziehungskraft, die mit der Sonne verglichen werden kann, die stark ist und leuchtet. Und die dritte Art der Liebe ist größer, feiner und subtiler als die beiden vorgenannten: Sie entwickelt sich, wenn die Liebe zu einer ständig sprudelnden Quelle wird, die wie ein Strom aufsteigt und wie viele Tropfen fällt. Es ist die Liebe von Seelen, die nicht anders können als zu lieben, die Liebe von Seelen, die nur Liebe kennen, nicht aber Hass; die Liebe von Seelen, die nicht mehr die Besitzenden der Liebe sind, sondern die selbst zur Liebe geworden sind. Ihr Magnetismus breitet sich in einem weiteren Horizont aus und hält länger an, als man sich jemals vorstellen könnte.
Der vierte und höchste Aspekt des Magnetismus ist der Magnetismus der Seele. Die wiedergeborene Seele, die Seele, die zu leben begonnen hat, die Seele, die ihre Augen für die Welt geöffnet hat, diese Seele zieht nicht nur die Weisen und Tugendhaften an, sondern auch diejenigen, denen es an Weisheit und Tugend mangelt. Die Anwesenheit von Seelen, die erwacht sind, ist selbst ein Magnetismus; sie zieht Menschen an, die auf der Erde wandeln, und sie zieht Seelen an, die nicht auf der Erde gesehen werden. Sie zieht nicht nur die Lebewesen, die niedere Schöpfung, an, sondern auch die Bäume und Pflanzen werden von ihr angezogen. Die Atmosphäre, die eine erwachte Seele erzeugt, lebt jahrhundertelang in dieser Welt, ungebrochen und unverschmutzt. Der Himmel kümmert sich um sie und bewahrt sie für Generationen, um diese von den erleuchteten Seelen erzeugte Atmosphäre zu erleben und zu genießen. Und die dritte Art und Weise, in der die erleuchtete Seele ihre Anziehungskraft zeigt, ist in Worten und Taten, so dass jedes Wort dynamisch wird, in biblischen Worten eine Flammenzunge; und alles, was diese Seele der Welt gibt, bleibt. Es lebt und stirbt nie.
Pir Vilayat Inayat Khan
Übersetzung: Khair‑un‑Nisa Kerstin Veigt
Dieser Artikel wurde erstmals im Caduceus Journal, Ausgabe Nr. 2, Winter 1987, veröffentlicht. http://www.caduceus.info/
